Schulprogramm

Inhalt des Schulprogramms

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Das Gymnasium für den Duisburger Süden

Altersgemäße und individuelle Begabungsförderung stehen seit Gründung der Schule im Jahr 1965 im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Unser Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern des Duisburger Südens, die sich für die gymnasiale Schullaufbahn entscheiden, ein ansprechendes und speziell für sie passendes Angebot zu machen. Aus diesen Gründen gibt es bei uns die einmalige Möglichkeit, zwischen vier unterschiedlichen Zweigen zu wählen.

Neben dem normalen gymnasialen Angebot stehen der bilinguale Zweig, die naturwissenschaftliche Profilklasse sowie der Ganztagszweig der Schule. Mit der Breite dieses Konzeptes wird die Schule dem Wandel gerecht, der sich in unseren Stadtteilen in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen hat. So spiegelt sich im Zusammenwirken von Schülerschaft, Eltern und Lehrerkollegium die soziale Vielfalt der Region wider.

Als erste städtische Europaschule Duisburgs legen wir darüber hinaus besonderen Wert auf die Förderung des europäischen Gedankens. Dies zeigt sich in einem breiten Sprachenangebot, einem hohen Stellenwert europabezogener Themen in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern sowie außerunterrichtlichen Aktivitäten.

 Unsere unterrichtliche und erzieherische Arbeit basiert auf folgender Zielsetzung: „Das Gymnasium vermittelt eine allgemeine Bildung mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler zur mündigen Gestaltung des Lebens in einer demokratisch verfassten Gesellschaft zu befähigen. Es bietet ihnen Anregungen und Hilfen, ihre individuellen Anlagen zu entfalten und eigene handlungsbestimmende Werthaltungen aufzubauen“. Damit befinden wir uns in Einklang mit den Grundlagen des Schulgesetzes. In diesem Kontext legen wir besonderes Augenmerk auf die folgenden Schwerpunkte:

  • Entfaltung individueller Fähigkeiten
  • Aufbau sozialer Verantwortung
  • Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft
  • Orientierung an Grundwerten
  • Kulturelle Mitgestaltung
  • Verantwortliche Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt

In diesem Sinne verstehen wir uns als lernende und sich ständig weiterentwickelnde Schule, in der angstfreies Lernen im Rahmen einer von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Atmosphäre möglich ist.

Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium

Wir begleiten die Schülerinnen und Schüler in der Phase des Übergangs von der Grundschule in die Erprobungsstufe besonders intensiv. In der Regel bleiben Freundschaften aus den Lerngruppen der Grundschulen erhalten. Ihre zukünftigen Klassenlehrer/innen lernen die Kinder schon vor den großen Ferien kennen. Wir laden sie in den Wochen vor dem Ende des Schuljahres zu einem Kennenlernnachmittag ein, damit sie sich mit ihren künftigen Mitschüler/innen und der neuen Umgebung schon einmal vertraut machen können. Zu Beginn der Klasse 5 werden sie langsam in unser Gymnasium eingeführt. Die ersten beiden Tage verbringen sie nur mit ihrem/r Klassenlehrer/in. Sie besprechen dann auch die gemeinsam von der Schulkonferenz erarbeiteten und beschlossenen Grundsätze zur Fairness im Schulleben, die das soziale Miteinander in unserer Schule regeln. Erst am dritten Tag beginnt der   Fachunterricht nach Plan. Tutoren/innen aus der Jahrgangsstufe 9 begleiten die Kinder während der gesamten Erprobungsstufe. Ausgebildete Streitschlichter/innen stehen bei der Bewältigung kleinerer Konflikte zur Verfügung.

Seit Jahren pflegen wir enge Kontakte mit allen Grundschulen des Duisburger Südens. Durch gegenseitige Unterrichtsbesuche, regelmäßige Gesprächsrunden und Teilnahme an pädagogischen Konferenzen sowie gemeinsamen Fachkonferenzen besteht ein intensiver Austausch über die Entwicklung der Kinder sowie allgemeine Fragen des Übergangs in die weiterführende Schule. Im Rahmen des Politikunterrichtes werden die Schülerinnen und Schüler verstärkt mit Lernstrategien und Techniken des selbstständigen und sozialen Lernens vertraut gemacht, da dies die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen zu Hause und im Unterricht sowie die Grundlage für lebenslanges Lernen darstellt. Die zu vermittelnden Inhalte und Methoden werden von den in der Klasse unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern zu Beginn des Schuljahres gemeinsam festgelegt, so dass in den einzelnen Fächern gezielt an die eingeführten Formen des methodischen und sozialen Lernens angeknüpft werden kann. Eine erste dreitägige Klassenfahrt dient dazu, Gruppenbildungsprozesse positiv zu beeinflussen und damit langfristig zu einer guten Klassengemeinschaft und einer ansprechenden Lernatmosphäre zu gelangen.

Das Ganztagsangebot

An drei Tagen bieten wir über die Halbtagsform hinaus eine spezielle Förderung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und ab Klasse 6 auch in der 2. Fremdsprache. Die besondere Förderung aller Schülerinnen und Schüler hat seit der Gründung der Schule als erstem Ganztagsgymnasium in Nordrhein-Westfalen für uns einen hohen Stellenwert. In Förderstunden am Nachmittag wird auf die individuell unterschiedlichen Lernbedürfnisse noch stärker eingegangen. Lernrückstände werden aufgearbeitet und in weiteren Übungen wird Wissen gefestigt. Silentien, in denen Hausaufgaben unter Betreuung von Lehrpersonen angefertigt werden, ergänzen diese Maßnahme. Während der Mittagspause besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit den Mitschüler/innen in der Schulmensa zu essen. Außerdem gibt es in diesem Zeitraum Freizeitangebote im Spieleraum, auf dem Schulhof, in der Turnhalle sowie in der neu eingerichteten Schülerbibliothek.

Der bilinguale Zweig

Um unseren Schülerinnen und Schülern noch weitergehende Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, haben wir uns im Jahr 2000 entschieden, einen bilingualen Zweig Deutsch/Eng­lisch an unserer Schule einzuführen. Hier ist Englisch nicht nur herkömmliches Unterrichtsfach, sondern wird ab der 7. Klasse auch als Unterrichtssprache in anderen Schulfächern eingesetzt. Zunächst werden in den Klassen 5 und 6 zwei Stunden Englisch zusätzlich erteilt. Dies schafft die Voraussetzungen für bilingual erteilten Unterricht in einigen Sachfächern der Mittelstufe, in Erdkunde (Klasse 7 und 9), Politik (Klasse 9) und Geschichte (Klassen 8 und 9), hinzu kommen einzelne Unterrichtseinheiten in Biologie. Diese an unserer Schule angebotene Kombination garantiert den Schülerinnen und Schülern eine breite Basis fachlicher und fremdsprachlicher Kenntnisse, die später in Ausbildung und Beruf von Vorteil sind. In der Oberstufe ist das Fach Erdkunde gemeinsam mit einem Englisch-Leistungskurs Leitfach des bilingualen Zweiges. Jeweils am Ende der Sekundarstufen I und II erhalten die Schüler/innen ein Zertifikat über die Teilnahme. Informationen finden sich auf einem gesonderten Faltblatt.

Die naturwissenschaftliche Profilklasse

Seit 2007 bieten wir darüber hinaus das Lernen in einer naturwissenschaftlichen Profilklasse an. In zwei zusätzlichen Stunden (Klasse 5: Biologie, Klasse 6: Physik, Klasse 7: Chemie) wird naturwissenschaftliches Forschen in projektorientierten Unterrichtseinheiten besonders gefördert. In der Mittelstufe folgt aufbauend zweistündig ein Kurs Bionik, der biologische, physikalische und technische Schwerpunkte setzt (Klasse 8 und 9). Mit diesem Angebot fördern wir gezielt Schülerinnen und Schüler, die in der Oberstufe einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt wäh­len möchten.

Schwerpunkte in der Sekundarstufe I (Klassen 5 – 9)

Als Europaschule legen wir besonderen Wert auf unser Sprachenangebot. Unser Gymnasium beginnt mit Englisch als 1. Fremdsprache. In der 6. Klasse stehen Französisch und Latein als 2. Fremdsprachen zur Wahl.

In der 8. Klasse können die Schülerinnen und Schüler zusätzlich das Fach Spanisch wählen. Zwei Jahre später, mit Beginn der Jahrgangsstufe 10, haben sie die Möglichkeit, darüber hinaus Italienisch als neu einsetzende Fremdsprache zu belegen.

Damit das Lernen von Fremdsprachen auch in der Praxis erprobt und gefestigt werden kann, legen wir Wert auf internationale Begegnungen und Studienfahrten. Die Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule in Pinerolo bei Turin (Italien) verläuft äußerst erfolgreich. Gleiches gilt für die Schulpartnerschaft mit dem Collège George Sand in La Châtre (Berry). Seit dem Schuljahr 2014/15 besteht darüber hinaus eine enge projektbezogene Kooperation mit dem Kandinsky Kolleg in Nijmegen (NL). Die bilingualen Klassen der Stufen 9 und 10 beider Schulen arbeiten jeweils eine Woche pro Schuljahr gemeinsam an den Themen Stadterneuerung und Energiewirtschaft mit ergänzenden Exkursionen vor Ort. Immer wieder nehmen wir an europäischen Wettbewerben sowie von der EU geförderten Comenius-Projekten teil, die unter einem Themenschwerpunkt Schulen in verschiedenen Mitgliedsstaaten zusammenführen. Tagesexkursionen nach Vervier und Xanten (Klasse 7) sowie nach Lüttich und Trier (Klasse 8) gehören bereits in der Mittelstufe zum Schulprogramm.

Ausländische Fremdsprachenassistenten un­terstützen die lebendige Arbeit im Fachbereich Sprachen. Gleiches gilt für die an die Oberstufenkurse gebundenen Sprachenfahrten nach Rom (Latinumsabschlussfahrt), Paris, Norditalien und London, die in der Jahrgangsstufe 10 angeboten werden. In DELF- (Französisch) und ele-IT Junior (Italienisch) Arbeitsgruppen bereiten wir Schülerinnen und Schüler gezielt auf die zentralen Sprachenzertifikate vor. Auch der Projektkurs Business-English kann mit einem Zertifikat abgeschlossen werden. Eine Japanisch-AG ergänzt das Angebot.

Der Unterstützung eines sozialen Projektes in Südafrika im Rahmen der Kooperation mit dem Verein Masifunde kommt besondere Bedeutung zu. Hier verbinden wir soziales Engagement mit der Möglichkeit, in englischer Sprache mit südafrikanischen Jugendlichen zu kommunizieren. Nachdem wir über 20 Jahre lang mit regelmäßigen Aktionen zur Unterstützung der Arbeit vor Ort eine Schule in Mosambik mit aufgebaut haben, zeigen unsere Schüler/innen nun Verantwortungsbewusstsein für Jugendliche im Nachbarstaat, die ebenfalls noch mit großen Problemen zu kämpfen haben. Besuche von Vertretern aus Südafrika, Themenveranstaltungen und Projekte der AG sorgen für Information und materielle Unterstützung.

Seit 2011 sind wir Mitglied des nationalen Exzellenznetzwerks der MINT-EC Schulen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Unsere Schule verfügt über eine sehr gute und ständig erneuerte Ausstattung und bietet in diesem Kontext eine Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten der individuellen Förderung. Phasen von intensiven Schülerübungen stehen im Mittelpunkt des Unterrichtes. Anschauliches und projektorientiertes Lernen ist dabei in allen Fächern eine Selbstverständlichkeit. Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen sehr erfolgreich an Wettbewerben wie „Jugend forscht“, „Chemie entdecken“, „Freestyle Physics“ sowie unterschiedlichen Mathematik- und Informatikwettbewerben unter Anleitung ihrer Fachlehrerinnen und Fachlehrer teil. Eine Mathematik-, eine Informatik- und eine Jugend-forscht-AG bereiten die Kinder und Jugendlichen intensiv vor. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler begleiten wir bei der Teilnahme an bundesweiten Camps und Exzellenzförderprojekten. Durch die gute regionale und überregionale Vernetzung als MINT-EC Schule und ZdI-Kooperationsschule sind wir inzwischen auch Ausrichter von Veranstaltungen wie der Robotik-Olympiade und dem MINT-Stahlcamp. Außerschulische Partner wie Thyssen-Krupp, HKM und die Rütgers Stiftung unterstützen uns bei unseren Vorhaben. Wir verleihen darüber hinaus besonders engagierten Schülerinnen und Schülern das MINT-EC Zertifikat, das durch die KMK und die HRK anerkannt ist und an dessen Entwicklung Lehrkräfte unserer Schule aktiv beteiligt waren.

Die Möglichkeit, weitere Schwerpunkte in der Schullaufbahn zu setzen, bietet der Wahlpflichtbereich II (Klasse 8). Neben den oben bereits erwähnten Fremdsprachen halten wir an der Schule ein umfangreiches Kursangebot vor. Hier sind neben Spanisch als dritter Fremdsprache Informatik, Biologie/Chemie, Biologie/Sport, Geschichte/ Politik, Politik/Wirtschaft zu nennen. Vor den anstehenden Wahlen findet eine intensive Beratung der Schülerinnen und Schülern sowie der Eltern statt.

Über diese Ansätze hinaus haben wir verstärkt Elemente des fächerübergreifenden und projektorientierten Arbeitens in unser Schulcurriculum aufgenommen. Insbesondere gilt dies für das zweitägige Projekt „Liebe, Sexualität und Partnerschaft“ (Ende Klasse 9) sowie die Module der „Informations- und Kommunikationstechnologischen Grundbildung“, die in Deutsch (Klasse 5 und 6) und in Mathematik (Klasse 7) verankert sind und durch weitere Angebote in der Jahrgangsstufe 8 ergänzt werden. Durch die Teilnahme am Projekt „Media – Campus“ (bisher ZEUS Projekt, Zeitung und Schule) werden ebenfalls fächerübergreifende Kompetenzen gefördert. Auch die oben erwähnten Angebote des Wahlpflichtbereichs leisten dazu einen Beitrag, indem sie über fächerverbindende und fächerübergreifende Fragestellungen und Konzepte die rein fachliche Orientierung erweitern. Abwechslungsreiche methodische Vorgehensweisen sind dabei eine Selbstverständlichkeit.

Bei der Förderung besonderer Begabungen haben wir zusätzlich zu den naturwissenschaftlichen und sprachlichen Angeboten gute Erfahrungen mit individuellen Lösungen gemacht. So kann im Einzelfall das Überspringen einer Jahrgangstufe angeraten sein oder auch nur die Teilnahme am Unterricht höherer Klassen in ausgewählten Fächern empfohlen werden (Drehtürmodell). Entwicklungsmöglichkeiten für besonders begabte Schülerinnen und Schüler ergeben sich weiterhin im Rahmen der zusätzlichen Angebote unserer Schule im Bereich von Arbeitsgemeinschaften und Projekten wie z. B. die Teilnahme an Landes- und Bundeswettbewerben unterschiedlichster Fächer. Dazu gehört auch das Lernen in unserem Selbstlernzentrum. Sprachlich besonders begabte Schülerinnen und Schüler bereiten wir gezielt auf die Teilnahme an internationalen Vergleichstests vor. Alle Schülerinnen und Schüler, die einen längeren Auslandaufenthalt anstreben, werden intensiv beraten. Sie können Kursangebote höherer Jahrgangsstufen parallel zum Unterricht belegen, um ihre individuelle Schullaufbahn vorzubereiten. Hinsichtlich der Teilnahme an Junior Akademien und vergleichbarer Förderprogramme beraten wir Schülerinnen und Schüler gezielt.

Berufs- und Lebensplanung

Eine wichtige Säule des Schulprogramms stellt seit Gründung der Schule die Berufs- und Lebensplanung dar. Die komplexen Anforderungen und Erwartungen der Berufs- und Arbeitswelt verlangen eine frühzeitige Orientierung und Vorbereitung junger Menschen für ein erfolgreiches Leben nach dem Schulabschluss. Daher ist es ein besonderes Anliegen unseres Gymnasiums, unsere Schülerinnen und Schüler für die Herausforderungen und Bedingungen der Zukunft frühzeitig zu sensibilisieren und sie zu einer bewussten Berufs- und Lebensplanung anzuregen. Dies geschieht im Rahmen eines die gesamte Schulzeit begleitenden Gesamtkonzeptes, das landesweit Anerkennung findet. Wir sind außerdem offizielle Kooperationsschule der Bundesagentur für Arbeit.

  1. Die erste Begegnung mit der Arbeitswelt erfolgt in der Klasse 6 im Rahmen eines „Elternpraktikums“. An einem Projekttag besuchen unsere Schüler/innen Eltern, Verwandte oder Bekannte an ihrem Arbeitsplatz. Dort sammeln sie Eindrücke über verschiedene Tätigkeitsbereiche, führen Gespräche, tragen Informationen zusammen und erhalten so erstmals Einblicke in Lust und Last des Arbeits- und Berufslebens. Im vorbereitenden und begleitenden Unterricht der Fächer Deutsch und Politik besprechen sie ihre Erfahrungen, verarbeiten sie in Erlebniserzählungen oder Berichten und gestalten anschauliche Dokumentationen.
  2. Ab dem Schuljahr 2016/17 nehmen wir am Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ teil. Dann wird bereits in der 8. Klasse eine Potentialanalyse für alle Jugendlichen mit außerschulischen Partnern durchgeführt. Weitere Berufsfelderkundungen ergänzen dann die in unserem Schulprogramm festgelegten Maßnahmen.
  3. In der Klasse 9 findet sich der Schwerpunkt zur Berufs- und Lebensplanung in der Sekundarstufe I. Hier wird im Politikunterricht der Suche nach individuellen Fähigkeiten und Interessen sowie der Erschließung adäquater Berufsfelder Raum gegeben. Es finden Beratungen, ein Projekttag und BIZ-Besuche statt. Eine Unterrichtsreihe im Fach Deutsch zum Bewerbungsverfahren ergänzt die Zielsetzung. Außerschulische Partner unterstützen uns bei diesen Angeboten. Nach den Osterferien schließt sich ein erstes Betriebspraktikum an, das in der Regel eine Woche dauert. Hier sollen die Schüler/innen versuchen, ihre bisher entwickelten Vorstellungen zu präzisieren. Sie können erste Erfahrungen bei der zielgerichteten Suche nach einem passenden Praktikumsplatz sowie bei der Beobachtung und Reflexion der Arbeitssituation in dem von ihnen untersuchten Berufsfeld sammeln. Das Praktikum schließt mit einer Projektmappe ab, deren Erstellung im Politikunterricht begleitet wird. Außerdem vermitteln Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen anschließend im Rahmen von Präsentationen.
  4. Mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe erhalten Fragen der Berufswahlorientierung und Lebensplanung noch größere Bedeutung. Dieser Situation wird durch ein zweiwöchiges Praktikum in der Jahrgangsstufe 11 Rechnung getragen. Der einführenden Informationsveranstaltung schließt sich die Thematisierung in verschiedenen Unterrichtsfächern an. Unter anderem durch Veranstaltungen des „Uni-Trainee-Programms“ werden die Schülerinnen und Schüler intensiv vorbereitet. Die außer­schulische praktische Tätigkeit in Firmen und Institutionen erfolgt zielgerichtet an Hand spezifischer Aufträge, die während des Praktikums zu bearbeiten sind. Diese Ergebnisse sowie die gewonnenen Eindrücke werden im Anschluss im Rahmen eines Projekttages der Jahrgangsstufe 10 präsentiert.
  5. Zahlreiche weitere Informations- und Beratungsangebote eröffnen den Schüler/innen Chancen, ihrer Berufs- und Lebensplanung im Verlauf der gymnasialen Oberstufe klarere Konturen zu verleihen. Hier sind die engen Verbindungen zur Bundesagentur für Arbeit zu nennen, die durch einen Kooperationsvertrag gefestigt sind. Experten kommen regelmäßig zu Beratungen in die Schule. Es bestehen außerdem langjährige feste Beziehungen zu außerschulischen Partnern, etwa der Universität Duisburg/Essen, Sozialversicherungsträgern, Banken, den Hüttenwerken Krupp Mannesmann und der Förderungsgemeinschaft ehemaliger Schülerinnen und Schüler. Über die zahlreiche und häufig sehr erfolgreiche Teilnahme am „Planspiel Börse“ der Sparkassen erwerben die Schülerinnen und Schüler ebenfalls weitere Kenntnisse über ökonomische Zusammenhänge. Intensiv betreuen wir Jugendliche, die ein Schnupper- oder Frühstudium aufnehmen wollen.

Schulkultur und Schulleben

Zu einem lebendigen Schulleben gehören neben dem Pflichtunterricht und den ergänzenden Projekten auch eine Vielzahl außerunterrichtlicher Aktivitäten. Das mit Gründung der Schule in dem Leitgedanken „Gestaltungsansatz Offenheit“ formulierte Erziehungsprinzip findet seinen Niederschlag neben dem Konzept zur „Berufs- und Lebensplanung“ in einer Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften und Projektkursen. An einem Nachmittag in der Woche können Schülerinnen und Schüler wählen zwischen handwerklichem Gestalten, z. B. Werken, Töpfern und künstlerisch-musischen Gruppen, z. B. Schultheater, Schulorchester und Chor.

Besonders beliebt sind auch die Sportgruppen wie Jungen- und Mädchenfußball, Handball, Rudern, Basketball und die Schach-AG. Unsere Schulmannschaften sind immer wieder sehr erfolgreich. Wie zuvor beschrieben, bieten auch die Sprachen und Naturwissenschaften eine Vielzahl von zusätzlichen Betätigungsfeldern an.

Einen besonderen Stellenwert hat der Bereich „Theater und Literatur“ an unserer Schule. Arbeitsgemeinschaften in der Sekundarstufe I sowie Literaturkurse in der Sekundarstufe II präsentieren ihre Aufführungen der schulischen Öffentlichkeit in unserer Aula. Durch die Kooperation mit dem Theater an der Ruhr und anderen Theatern der Umgebung wird die Arbeit professionell begleitet.

Das Programm wird ergänzt durch Vorstellungen bekannter Kinder- und Jugendtheater. Regelmäßige Besuche von Theaterveranstaltungen sind an unserer Schule eine Selbstverständlichkeit. Dies beginnt mit einer Märchenaufführung in der Klasse 5 und endet in der Jahrgangsstufe 12 mit dem Besuch von Inszenierungen, die sich auf die jeweiligen Abiturthemen beziehen. Darüber hinaus lädt der Förderverein jedes Jahr namhafte Kinderbuchautoren zu einer Lesung ein. So werden schon die Jüngeren auf unsere besonderen Programme zur Leseförderung eingestimmt.

Erweitert wird das Aula-Programm durch musikalische Veranstaltungen. So finden neben großen Schulkonzerten regelmäßig am letzten Schultag vor den Weihnachts- und den Sommerferien Aufführungen statt. Unter Leitung der Musiklehrer/innen nehmen alle Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen daran teil und gestalten ein buntes Programm mit Liedern und kurzen Instrumentaleinlagen.

Einen besonderen Akzent setzen wir alle 2 bis 3 Jahre mit unserem großen Schulfest, das jeweils unter einem besonderen Motto steht. Dort präsentieren Schülerinnen und Schüler Ergebnisse aus Unterricht und Arbeitsgemeinschaften und organisieren gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Mitschülern Spiele, Stände zum Mitmachen und andere Aktivitäten. Der Erlös kommt in der Regel jeweils zur Hälfte der Schule und dem Südafrika-Projekt zugute.

Auch der Fachbereich Sport trägt zum lebendigen Schulleben bei. Im Wahlpflichtbereich (Klasse 8) bieten wir einen Kurs Biologie/Sport an und es besteht die Möglichkeit, Sport als 4. Abiturfach zu wählen. Regelmäßig beteiligen sich unsere Schulmannschaften erfolgreich an lokalen und regionalen Ausscheidungskämpfen und Wettbewerben. Das jährliche große Sportfest sowie stufenbezogene Sport- und Spielfeste finden turnusmäßig statt. Eine Vielzahl von AGs fördert unterschiedliche Talente von Rudern bis Basketball.

Ganztägige Exkursionen und Unterricht an außerschulischen Lernorten dienen dazu, theoretisch erworbene Kenntnisse vor Ort anzuwenden und Verbindungen von schulischem Lernen und der Lebenswelt herzustellen. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt im Bereich der ökonomischen und politischen Bildung. Besuche in Landtag und Bundestag, dem EU Parlament und dem Haus der Geschichte werden begleitet durch Gespräche mit Experten und Politikern vor Ort. Dabei steht insbesondere der Europagedanke immer wieder im Zentrum. Gute Kontakte zur Deutschen Bundesbank und zur Europäischen Zentralbank ermöglichen re­gel­mäßige Workshops für Oberstufenkurse. Gleiches gilt für die Kooperation mit EUROPE – direct.

Auch der Fachbereich Religion leistet seinen Betrag zum Schulleben und zur Förderung des Gemeinschaftsgedankens. Regelmäßig finden vor den Weihnachts- und den Sommerferien ökumenische Schulgottesdienste statt. Die „Tage der religiösen Orientierung“ in der Jahrgangsstufe 10 stehen allen interessierten Schülerinnen und Schülern offen.

Klassen- und Studienfahrten sowie Wandertage in verschiedenen Jahrgangsstufen ergänzen und unterstützen die pädagogische Arbeit während der Schulzeit und fördern Gemeinschaftserlebnisse und soziales Lernen. Nach einer Kennenlernfahrt in Klasse 5 folgen eine einwöchige Wanderfahrt in Klasse 6/7, eine Sprachenfahrt in Klasse 10 und eine Studienfahrt im Jahrgang 12, angebunden an die Leistungskurse.

Das erfolgreiche Zusammenleben und -wirken aller am Schulleben Beteiligten ist uns ein besonderes Anliegen. Hierbei kommt der Vertretung der Schülerschaft (SV) sowie der Eltern (Klassenpflegschaft, Schulpflegschaft) eine besondere Bedeutung zu. In enger Kooperation gestalten wir den Rahmen des schulischen Zusammenlebens. Neue Impulse werden aufgegriffen, Veränderungen behutsam durchgeführt. Größer angelegte Maßnahmen zur Schulentwicklung, wie z.B. die Überarbeitung des Medienkonzeptes und die Stärkung der Feedback -Kultur (Schuljahr 2015/16), werden von der Schulkonferenz beschlossen und in Arbeitskreisen vorbereitet. Die Evaluation zentraler Aspekte ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

Die gemeinsam von der Schulkonferenz erarbeiteten Regeln zur „Fairness im Schulleben“ bilden die Grundlage unseres Zusammenlebens. Schülerinnen und Schüler beweisen darüber hinaus mit einer Vielzahl von Aktivitäten ihr soziales Verantwortungsbewusstsein. Dazu gehören nicht nur die Tutoren, Streitschlichter und der Schulsanitätsdienst. Die Initiative „Schüler helfen Schülern“ leistet ebenso einen wichtigen Beitrag. Die Teilnahme der Schule am „Buddy-Programm“ begleitet diese Angebote. Auch die aktive Gestaltung von Schulveranstaltungen durch die SV mit der jährlich stattfindenden Unterstufenkarnevalsparty, der Lesenacht für die 6. Klassen und vielem mehr tragen dazu bei.

Die durch den Förderverein gesponserte Einladung von Experten zu bestimmten Fragestellungen ermöglicht es den Eltern, die Erziehung ihrer Kinder noch intensiver zu begleiten. Themen sind die Nutzung neuer Medien, die Berufswahlvorbereitung und die Konfliktberatung. Schulische Konzepte zu Gewalt und Suchtprophylaxe in verschiedenen Jahrgangsstufen ergänzen das Erziehungskonzept. Für besondere Krisensituationen stehen die Stufenkoordinatorinnen und die ausgebildete Beratungslehrerin zur Verfügung.

Das viermal pro Schuljahr erscheinende Mannesmann-Telegramm informiert über alle wichtigen Aktivitäten, Termine und Veranstaltungen und unterstützt auf diese Weise ebenfalls das gemeinsame Leben und Arbeiten an unserer Schule. Zunehmend wird auch das schulinterne Netz IServ zum wichtigen Kommunikationsmittel.

Schwerpunkte in der Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe)

Differenziertes fachliches Angebot und gezielte Beratung

Ein Gymnasium wird auch durch die Wahlmöglichkeiten in der Sekundarstufe II, die zum Abitur und damit zur Studierfähigkeit führen, geprägt. Unsere Oberstufe bietet alle Ausbildungsmöglichkeiten des Gymnasiums. Das aufgrund der Sechszügigkeit sehr breit gefächerte Angebot ermöglicht die Wahl nahezu aller durch die Ausbildungs- und Prüfungsordnung zugelassener Fächerkombinationen, und zwar im Grund- und Leistungskursbereich. Die Wünsche der Schüler/innen haben für uns bei der Einrichtung der Kurse Priorität.

Neben dem fortgeführten Fächerkanon der Sekundarstufe I setzen die Fächer Italienisch, Erziehungswissenschaft, Philosophie und Sozialwissenschaften neu ein. Das Angebot in Kunst und Musik wird durch Literaturkurse mit den Schwerpunkten Schreib­werkstatt und Darstellendes Spiel ergänzt. Wir bieten Leistungskurse in den folgenden Fächern an: Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Geschichte, Erziehungswissenschaft, Sozialwissenschaften und Erdkunde. Durch die an der Schule getroffene Entscheidung, die Leistungskurse in eine Profil- und eine Wahlschiene zu legen, besteht eine große Sicherheit der gewählten LK-Kombinationen. Die Kooperation mit außerschulischen Partnern und Institutionen ergänzt und vertieft die unterrichtliche Tätigkeit in einem der beiden zu wählenden Leistungsfächer. Neu eingerichtete Projektkurse in den Stufen 11 und 12 in Physik/Nanotechnologie (Unilabor), Informatik, Bio/Chemie (Anatomie), Geschichte und Business-English setzen neue Akzente.

Wir gestalten für unsere Schülerinnen und Schüler den Übergang in die Sekundarstufe II fließend. So bleiben in der Klasse 10 in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport die Klassenverbände erhalten. Diese in Duisburg einmalige Situation erhält gewachsene Bindungen und wirkt der Vereinzelung im Kurssystem gezielt entgegen. Dies gilt insbesondere auch für Schülerinnen und Schüler der Realschulen, die mit Qualifikationsvermerk in die gymnasiale Oberstufe eintreten. So können wir sie besser fördern und mit den Methoden der Oberstufe vertraut machen.

Die Beratung zur Wahl des persönlichen Fächerprofils bis zum Abitur ist uns ein besonders Anliegen. Zur Vorbereitung gibt es Broschüren mit Kursinhalten, schulinternen Curricula sowie eine Zeitleiste der entsprechenden Beratungsangebote. Dazu gehört unter anderem ein Programm zur Optimierung des Lernerfolgs durch gezieltes Methodentraining. Hier knüpfen wir an den in der Sekundarstufe I gelegten Grundlagen an. Einzelne Beratungsnachmittage für die verschiedenen Jahrgangsstufen beziehen sich insbesondere auf die Facharbeit sowie das fächerübergreifende Projekt, das an unserer Schule im Rahmen des Gesamtkonzeptes zur Berufs- und Lebensplanung durchgeführt wird.

Schlusswort zum Schulprogramm

Das vorliegende Schulprogramm wurde erst­mals im Jahr 2000 in dieser Form entwickelt und strukturiert. In den Jahren 2004 und 2011 erfolgten inhaltliche Überarbeitungen. Die aktuelle Fassung beruht auf den Ergänzungen der letzten Schuljahre, die sich durch zusätzliche und vertiefte Arbeit an den Zielen ergeben haben.

Ich danke allen Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die durch ihre Mitwirkung die konstruktive Weiterentwicklung des Programms im Sinne der bestmöglichen Förderung unterstützen.

 

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Aktualisierung der Seite: 19.04.2016

        

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