Lesen Sie hier den Orignal-WAZ-Artikel
(mit freundlicher Genehmigung der Lokalredaktion Duisburg-Süd):

 

Schule im Busch

 

Duisburg Süd, 02.12.2009, Gabriele Beautemps

 

Mannesmann-Gymnasium unterstützte 20 Jahre Projekt in Mosambik

 

Das Mannesmann-Gymnasium, das durchaus einige Renovierungen vertragen kann, ist die reinste Luxusschule im Vergleich zur Partnerschule in Mosambik. Dabei ist diese Schule in Ingomai für Landesverhältnisse ausgesprochen komfortabel. Und zwar dank der Spenden, die die Mosambik- AG des Duisburger Gymnasiums in den letzten 20 Jahren gesammelt hat. 40 000 € haben mehrere Schüler-Generationen durch Sponsorenläufe, Theateraufführungen und Waffel backen zusammengetragen. Gestern konnte Günter Kramann, Lehrer und Leiter der AG, Lore Zinn vom Partnerschaftsprojekt Mosambik nochmals einen 4000 €-Scheck überreichen.

„Damit entlassen wir die Schule in die Selbstständigkeit. Wir haben die Basis geschaffen, jetzt kann unsere Partnerschule allein weitermachen”, sagt Kramann, der selbst zweimal vor Ort in Mosambik war. Immerhin kann die Schule, die mitten im Busch, 30 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt liegt, ihren Schülern ein Dach über dem Kopf bieten. Anderswo im Land hängt die Tafel weiterhin im Mangobaum. In der Regenzeit muss der Unterricht wochenlang ausfallen.

Mit den Spenden konnte das Schulgebäude in Mosambik hochgezogen werden, der Schulleiter bekam ein Dienstfahrrad, auch Fußbälle für den Sportunterricht waren drin. Denn planmäßig bekommt jede Schule des südafrikanischen Landes nur alle fünf Jahre einen Fußball.

Lore Zinn, pensionierte Religionslehrerin aus Lindlar, hat durch ehrenamtliche Arbeit dafür gesorgt, dass das Duisburger Geld tatsächlich im Dritte-Welt-Land ankam. „Und zwar ohne Abzüge von Verwaltungs- und Personalkosten”, lobt Kramann, der seine Schulzeit im Januar beendet. Bei großen Spendenorganisationen betragen diese Abzüge mindestens 20 Prozent. Als nächstes will das Gymnasium eine Schule im städtischen Bereich vom Mosambik unterstützen.