Die Schüler des Mannesmann-Gymnasiums unterstützen Townships in Südafrika. Gestern überreichten sie 500 Euro.

VON FABIAN SPIESS (Rheinische Post)

HUCKINGEN Die Südafrika-AG des Mannesmann-Gymnasiums hat seit ihrer Gründung im Jahr 2010 bereits über 3000 Euro für das „Lern4Life-Programm” in Südafrika gesam­melt. Gestern überreichten die Mit­glieder der Arbeitsgemeinschaft ei­nen weiteren Scheck über 500 Euro an zwei ehrenamtliche Mitarbeite­rinnen des Vereins „Masifunde Bil­dungsförderung e.V.”. Masifunde bedeutet übersetzt „Lasst uns ler­nen”. Als Dankeschön erhielten die Schüler eine aus Ton gefertigte Sta­tue einer afrikanischen Frau. An dem „Lern4Life-Programm” nehmen Kinder und Jugendliche aus Townships, Elendssiedlungen, die während der Apartheid errichtet wurden, teil. Gefördert werden Kin­der ab der dritten Klasse, die bis zu ihrem Schulabschluss begleitet wer­den. Die einzelnen Gruppen beste­hen aus je 15 Kindern, die sich ein­mal wöchentlich für zwei Stunden treffen. Während dieser Sitzungen findet neben Freizeitaktivitäten mit Sport, Spiel und Werken auch eine HIV-, Alkohol- und Drogenaufklä­rung statt.

Die Südafrikanerin Siphesile Masango berichtete den deutschen Schülern nach der Überreichung des Spendenschecks von den Zuständen in den Townships und der Schulsituation vor Ort. Es gebe sehr große Unterschiede zwischen den Schulen, die in den so genannten „White Areas” liegen und jenen in den „Black Areas”, in denen der Großteil der Bevölkerung dunkelhäutig ist. „Die Schulen in den white areas unterscheiden sich kaum von
diesen hier“, so Masango, die derzeit für einige Monate Deutschland besucht für einige Monate Deutschland besucht und sich als ehrenamtliche Helferin für „Masifunde” engagiert. „Die Schulen in den black areas sind überfüllt. Viele Fenster sind zerbrochen und es gibt häufig nicht genug Tische und Stühle für die 40 bis 50 Schüler pro Klasse”, berichtete sie. Es sei allerdings positiv, dass die Schüler trotz der widrigen Umstände motiviert seien und täglich in den Lehranstalten erscheinen würden.

Mai Shimada, ebenfalls für den Verein tätig, zeigte den AG-Teilnehmern im Rahmen einer kleinen Präsentation, wie das im Rahmen von Kuchenverkäufen und Trödelaktionen gesammelte Geld in einer in einem Elendsviertel gelegenen Schule eingesetzt wird. Mit einem Teil der Summe finanziert „Masifunde” die Anbindung der Computerräume ans Internet, für die monatlich 55 Euro aufgebracht werden müssen. Ein weiterer Teil wird für die Ausstattung eines gerade im Bau befindlichen Bibliothek-Zentrums verwendet. Die Schüler des Mannesmann-Gymnasiums würden gern einmal das Land, das sie unterstützen, im Rahmen einer AG-Fahrt besuchen. Die sei allerdings „finanziell unglaublich schwierig hinzubekommen”, sagte Schulleiterin Birgit Keens. Die deutschen und südafrikanischen Schüler tauschen sich allerdings medial regelmäßig aus. So wurde als Antwort auf eine Videobotschaft aus Südafrika ein aus 20 Episoden bestehender Film über Duisburg gedreht.

Künftig soll auch das Videokommunikationssystem „Skype” als Verbindung zwischen den Ländern genutzt werden. „Es ist wichtig, dass sich Jugendliche im gleichen Alter auf Augenhöhe austauschen können”, so Mai Shimada, die im Rahmen eines Praktikums schon Townships besucht hat.

Südafrika wurde bei Wettbewerb zugelost
Nachdem die lange Jahre bestehende Mosambik-AG aufgelöst wurde, suchte die Schule nach einem Nachfolgeprojekt. Im Rahmen der Teilnahme am Schulwettbewerb „Lebensweltmeisterschaft” bekam das Mannesmann-Gymnasium Südafrika zugelost und entschied, das Land in Kooperation mit dem Verein „Masifunde” zu unterstützen. „Es gab die Chance, neue Wege zu gehen”, sagte Lehrer und AG-Leiter Markus Jeschke. Die Teilnehmer treffen sich jeden Donnerstag.

Siphesile Masango hatte die Fahne Südafrikas mitgebracht, als sie gestern das Mannesmann-
Gynasium in Huckingen be­suchte, um über die dortige Schulsituation zu berichten.

RP-Foto: Ralf Hohl

Quelle des Artikels: Rheinische Post (Ausgabe Duisburg) vom 27. Nov. 2012
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Duisburg

Veröffentlichung des Fotos mit freundlicher Genehmigung des Fotografen (Ralf Hohl).