Bei dem Schulprojekt Schule mit Courage / Schule ohne Rassismus handelt es sich um die Teilnahme des Mannesmann-Gymnasiums an dem bundesweiten Schulnetzwerk gleichen Namens, womit wir uns klar gegen Rassismus und überhaupt Diskriminierung jeder Art positionieren wollen und entsprechende Projekte durchführen möchten. Es ist uns eine besondere Angelegenheit, dieses Projekt durchzuführen, da Diskriminierung und Verbreitung von Hass gegenüber Minderheiten leider kein Relikte der Vergangenheit sind, sondern sowohl in Deutschland als auch auf der ganzen Welt in der Gesellschaft und sogar der Politik noch vorhanden sind. Gerade in den letzten Jahren trat immer mehr unverblümter Extremismus öffentlich zutage und dies ist ein Umstand, dem wir uns nicht fügen wollen.

Deswegen sind bei diesem Projekt viele motivierte Schülerinnen und Schüler zusammengekommen, um ein Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen. Wir stehen zu der unantastbaren Menschenwürde, wie sie der erste Artikel des Grundgesetzes zweifelsfrei deklariert, und widmen uns der Förderung von Toleranz und einem friedlichen Miteinander an unserer Schule. Für uns ist es eine Anstandssache, sich dafür einzusetzen, dass sich jeder an unserer Schule wohlfühlt und dass niemand unter Diskriminierung zu leiden hat.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir schon eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, zuerst die Unterschriftenaktion, welche für die Aufnahme in das Netzwerk erforderlich ist, wobei die meisten an der Schule Lernenden und Arbeitenden eine Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben haben, gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen. Gesandte unserer Schule besuchten auch das Regionaltreffen von SmC/SoR in Düsseldorf und wir erhielten in unserem Vorhaben Unterstützung vieler prominenter Paten.

Interessierte Schülerinnen und Schüler nahmen an einem Workshop von SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit bei Rassismus und Antisemitismus) zum Thema Antisemitismus teil und informierten sich dort über die verschiedenen Formen, in denen dieser auftreten kann und wie man am besten dagegen vorgehen kann, woraus sich Ideen für eine Reihe von Projekten zum Thema Antisemitismus ergaben. Diese wurden gemeinsam mit dem Projektkurs Geschichte, der sich zentral mit dem Besuch der Holocaust Gedenkstätte Sachsenhausen befasst, geplant, wobei sich ein äußerst fruchtbarer Ideenaustausch ergab.

Dies war vor allem ein Projekt von Schülern ab Klasse 9, aber auch unsere damalige 8. Jahrgangsstufe zeigte sich an SmC/SoR interessiert, es gab eine Autorenlesung von Christian Linker, der aus seinem sich mit Rassismus, Sexismus und Diskriminierung befassenden Jugendroman „Der Schuss“ vorließ und es folgte eine Diskussionsrunde zu diesen Themen, die von Teilnehmern als sehr interessant und spannend bezeichnet wurde.

Damals konnte natürlich niemand ahnen, dass das Jahr 2020 grundlegend anders sein würde als alle Jahre davor. Doch auch von der Pandemie ließen wir uns nicht aufhalten. Nach der brutalen Ermordung von George Floyd und den anschließenden weltweiten Protesten der Black Lives Matter-Bewegung verfassten interessierte Schülerinnen und Schüler der SV während des Fernunterrichts einen Text für die Schulwebsite. Dieser informiert über Rassismus, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa und die Black Lives Matter Bewegung, und fordert die Leser dazu auf, sich gegen Rassismus zu positionieren.

Nun, da wir wieder in der Schule sind, konnten wir auch wieder Projekte in Gang bringen. Mitglieder der SV nahmen in den Herbstferien an dem Filmprojekt „Courage in Duisburg“ teil, wobei mit dem Team von Cem Arslan ein professioneller Film über Diskriminierung und Ausgrenzung in Duisburg gedreht wurde.

Auch für die Zukunft haben wir weitere Projekte geplant, so wollen etwa Schülerinnen und Schüler an zwei Workshops der Konrad-Adenauer-Stiftung teilnehmen: „Was gehört zu Deutschland?“ und „Medien als vierte Gewalt“. Auch unsere alten und durch Corona leider pausierten Projekte zum Thema Antisemitismus sollen weitergeführt werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir trotz aller Widrigkeiten unsere Arbeit fortsetzen können, und hoffen, dass weiterhin so viel Interesse von Seiten der Schülerschaft und der Lehrer an dem Projekt bestehen wird. Dabei freuen wir uns auch über jeden, der uns unterstützen möchte.

Geschrieben von Tobias Willée